Sicherheitsmanagement, Bevölkerungsschutz

Stromausfall – was nun?

Wenn die Versorgung mit elektrischer Energie ausfällt oder gestört ist, kann es zu anhaltenden Versorgungsengpässen und erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit kommen oder andere dramatische Folgen haben.

Großflächige Unterbrechungen der Stromversorgung wirken sich auf nahezu alle anderen Sektoren der kritischen Infrastrukturen aus, möglicherweise mit gravierenden Folgen. Gleichzeitig ist von der Stromversorgung die Funktionstüchtigkeit anderer kritischer Infrastrukturen abhängig, wie z. B. das Transport- und Verkehrswesen, Informations- und Kommunikationstechnologien, die Sicherheit und das Finanzwesen.

Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse nehmen als Ursachen von Stromausfällen tendenziell zu. Das gilt auch für technisches und menschliches Versagen, da technische Systeme in beruflichen und privaten Bereichen zunehmend komplexer und immer stärker vernetzt werden. Weitere Gründe sind Netzüberlastungen und Störungen der Systembilanz aufgrund erhöhter Lastflüsse im liberalisierten Energiemarkt. Nicht zuletzt können auch vorsätzliche Handlungen die Ursache sein, also Terroranschläge, Sabotage und erpresserische Manipulationen.

Maßnahmen bei Stromausfällen
Schalten Sie bei Stromausfällen zuallererst alle Geräte aus. Dann sollten Sie sich vergewissern, ob nur einzelne Geräte betroffen sind oder der gesamte Haushalt. Im zuletzt genannten Fall ist eine Überprüfung der Sicherungen und Schutzschalter angezeigt. Stellt sich heraus, dass auch andere Wohnungen oder sogar Straßenzüge ausgefallen sind, handelt es sich wahrscheinlich um einen Stromausfall im Niederspannungsnetz, der nur vom örtlichen Netzbetreiber behoben werden kann. Halten Sie zur Sicherheit ein batteriebetriebenes Radio bereit, um eventuelle Durchsagen zur Situation empfangen zu können.

Um die Folgen eines Stromausfalls zu minimieren, schaffen Sie sich ein Notstromaggregat an. Es gibt verschiedene Arten von Benzin- und Dieselaggregaten, mit unterschiedlichen Leistungen und Größen in den verschiedenen Preisklassen. Neben Standardausführungen werden auch schallgedämpfte Geräte angeboten.

Alternativ lassen sich Stromausfälle zeitweise mit Solarstromspeichern überbrücken. Dann sollten Sie Energiefresser wie Kühlschrank oder Elektroherd abschalten, damit kleinere Geräte wie Lampen ausreichend Strom bekommen. Die Versorgung fällt auch bei Solarstromspeichern zunächst ganz aus, und einige bis alle Geräte schalten sich ab, bis das Hausnetz den Speicher anzapft. Die gespeicherten Kilowattstunden reichen etwa eine halbe bis eine Stunde lang.

Vorbeugung
An einem bestimmten Ort, etwa in der Küchenschublade, sollte stets eine Grundausstattung an Kerzen, Streichhölzern und Taschenlampen mit ausreichend Batterien liegen. Zur eigenen Sicherheit ist es außerdem ratsam, für Ordnung im Haus zu sorgen. Räumen Sie alle Gegenstände weg, die in der Dunkelheit zu gefährlichen Stolperfallen werden können.

Hören Sie bei großflächigen Stromausfällen mit Hilfe eines batteriebetriebenen Radios oder Rundfunkgeräts im Auto die Informationen des behördlichen Krisenstabes und der Stromanbieter mit. Achten Sie bei einem netzunabhängigen Radiogerät auf einen ausreichenden Batterievorrat. Wieder aufladbare Akkus sind in diesem Fall nicht zu empfehlen, da sie zum Zeitpunkt des Stromausfalls aufgeladen sein müssten.

Stellen Sie außerdem Löschmittel griffbereit ab,  zum Beispiel Feuerlöscher, Wasserschlauch, Löschdecke usw.

Checkliste 1: Vorbereitende Maßnahmen vor Stromausfällen

  • Notstromaggregat anschaffen
  • Ggf. Solarstromspeicher zum Überbrücken von Stromausfällen installieren
  • Kerzen mit Streichhölzern und Taschenlampen bereitstellen
  • Ordnung halten (Boden bzw. Notausgänge freihalten)
  • bei großflächigem Stromausfall mit Radio auf dem Laufenden halten
  • Löschmittel griffbereit abstellen,  zum Beispiel Feuerlöscher, Wasserschlauch, Löschdecke usw.

Verhalten während eines Stromausfalls
Schalten Sie alle Stromabnehmer aus. Bleiben die Geräte alle eingeschaltet, kann dies zu einem erneuten Zusammenbruch der Stromversorgung führen. Erst wenn Ihr „Stromkontrollgerät“ wieder funktioniert, schalten sie die anderen Stromabnehmer nacheinander wieder ein.

Betrifft der Stromausfall nur den eigenen Haushalt, überprüfen Sie den Stromverteilerkasten. Sind Sicherungen oder Schutzschalter ausgelöst worden, können diese wieder eingeschaltet werden. Anschließend sollten die zur Zeit des Ausfalls angeschalteten Geräte nach und nach wieder aktiviert werden. So kann herausgefunden werden, welches Gerät den Ausfall verursacht hat.

Können Sie die Fehlerquelle nicht ohne weiteres feststellen, nehmen Sie in jedem Fall fachmännische Hilfe in Anspruch. Das kann entweder der örtliche Netzbetreiber oder gleich ein Elektroinstallateur sein. Denn an der Hauptsicherung und am Hausverteilerkasten sollten Laien nichts unternehmen.

Fließt wieder Strom, nicht sofort alle Elektrogeräte wieder anschalten! Sonst kann es sehr schnell wieder dunkel werden.

Checkliste 2: Verhalten während Stromausfällen

  • Alle Stromabnehmer ausschalten
  • Wenn Strom wieder funktioniert, Stromabnehmer nacheinander wieder einschalten
  • Sicherungen und Verteilerkasten überprüfen
  • Sicherungen oder Schutzschalter wieder einschalten
  • Geräte nach und nach wieder anschalten, um herauszufinden, welches Gerät  den Ausfall verursacht hat
  • Wenn Fehlerquelle nicht feststellbar, dann fachmännische Hilfe suchen
  • Nicht sofort alle Elektrogeräte einschalten

 

 

21.11.2012

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