Globale Entwicklungen, Regionale Herausforderungen

Islamistischer Extremismus, Dschihad und arabische Umbrüche

Von: Kai Hirschmann

- Eine Buchauswahl -
Die Kontrolle über das System und politische Prozesse in einem Staat sind die entscheidende Machtquelle. Der Staat sollte in der Lage sein, auf seinem Territorium ein Ordnungsmanagement (Sicherheit und Wohlfahrt) zu gewährleisten, gesellschaftliche Beziehungen zu regulieren, sowie Ressourcen zu mobilisieren und zielgerichtet zu verwenden.

Ist ein Staat dazu nicht fähig, besteht die Gefahr der Fragmentierung und damit der Herausbildung von Parallelstrukturen. Solche Entwicklungen sind heute politisch bestimmend: Die zentrale sicherheitspolitische Herausforderung sind nicht mehr starke, sondern schwache Staaten.

Die Grenzziehungen von Nationalstaaten insbesondere in Afrika und Asien erfolgten häufig willkürlich nach politischen Interessen Dritter. Beherrschende Mächte waren nicht daran interessiert, Gebiete mit einer eigenen Identität als Staat zu versehen. Ethnisch homogene Siedlungsräume wurden ignoriert und bunt zusammengewürfelte Verwaltungsgebiete geschaffen, die nach ihrer Unabhängigkeit de jure zu Nationalstaaten wurden. Derartige Konstrukte genießen in der Bevölkerung wenig Legitimation. Die Erfahrungen der Geschichte haben gezeigt, dass ,unnatürliche’ Nationalstaatsgebilde oft durch autoritäre Herrschaftssysteme (Diktaturen) zusammengehalten werden. Zumeist haben sich Herrschaftscliquen den Staatsapparat angeeignet und finanzieren sich aus den Ressourcen des Landes, wobei die Mehrheit der Bevölkerung ausgeschlossen bleibt.

Durch den Machtmissbrauch der Eliten öffnet sich zusätzlich eine soziale Schere. Autoritäre Regierungen schaffen es nicht, den Unmut über Fehlentwicklungen, größer werdende soziale Ungleichheit und Perspektivlosigkeit in den Griff zu bekommen. In der Folge werden immer mehr Menschen versuchen, sich der Umklammerung des Staates zu entziehen und Bewegungen Gehör schenken, die das System nicht reformieren, sondern beseitigen wollen und dabei die zunehmende Fragilität und Delegitimierung der Staaten ausnutzen.

In diese Kategorie fallen seit ca. 60 Jahren die islamistischen Oppositionsbewegungen. Sie entwickeln ihre Ideen als radikalen Gegenentwurf zur herrschenden Ordnung, die sie beseitigen wollen. Eine ideologische Interpretation von Religion wird dabei häufig als Legitimation herangezogen. In Prozessen des Staatszerfalls werden diese Oppositionsgruppen stets versuchen, politische Macht an sich zu reißen, indem sie die Politik der herrschenden Regime angreifen und das System mit religiösen Begriffen neu definieren. Die Bevölkerungen andererseits sind zunehmend geneigt, neuen und radikal anderen politischen Kräften eine Chance zu geben, da die alte Ordnung aus ihrer Sicht nicht in der Lage war, Unterentwicklung, Benachteiligungen und Fehlentwicklungen zu verhindern.

Die Ideologie für eine islamische Weltordnung und gewaltsame ,Verteidigungsanstrengungen’ (Dschihad) entstammt vor allem den Arbeiten der Gelehrten Maududi, al-Banna und Qutb. Das neue islamistische Denken begann in den 1920er-Jahren in Ägypten und Indien/Pakistan. Sayyid Abul Ala Maududi (1903 - 1979) propagiert als Ziel den islamischen Staat. Wichtigstes Mittel hierzu ist der gewaltsame Dschihad, für den er die Muslime zum Kampf aufruft. Hassan al-Banna (1906 - 1949), Gründer der ägyptischen Muslimbrüder, lehrte, dass der Tod im ,Dschihad des Schwertes’ die höchste Form des Martyriums sei. Al-Banna schuf mit einem weit verbreiteten Dschihad-Essay eine der ideologischen Grundlagen der Gewaltanwendung. Der Dschihadismus heutiger Prägung erhielt seine Ausrichtung und Qualität aber erst durch die grundlegenden Arbeiten des ägyptischen Lehrers und Theologen Sayyid Qutb (1906 - 1966), der ab den 1950er-Jahren eine führende Rolle in der ägyptischen ,Muslimbruderschaft’ einnahm. Qutb propagierte einen Kampf gegen die eigenen Regierungen in den muslimischen Staaten und den ihre Diktaturen stützenden Westen. Seine Schriften gelten noch heute als wichtiges geistiges Fundament der Mudschahiddin (Dschihad-Kämpfer) weltweit. Ab den 1970er-Jahren wurde Qutbs grundlegende Dschihad-Ideologie durch Weiterentwickler, allen voran der palästinensische Muslimbruder Abdullah Azzam, verfeinert, der auch der Mentor und Lehrer Osama bin Ladens war.

Die islamistischen Bewegungen wurden zu allen Zeiten von den herrschenden Regierungen verfolgt, bemühten sich aber mittels sozialem Engagement um die Sympathie der Bevölkerung. Über 60 Jahre nach der ersten Formulierung dieses radikalen Gegenentwurfes zur herrschenden Ordnung gab es erstmals eine Chance auf politische Umsetzung der Ideen. Die konservativen und fundamentalistischen Bewegungen in den arabischen Staaten nutzten sie. Die Umstürze und Revolten in Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien, dem Jemen und anderen seit dem Frühjahr 2011 zeigten, dass sich die Herrschaft autoritärer Machthaber dominoartig dem Ende zuneigte. Die Ursachen der Proteste, nämlich Perspektivlosigkeit der Jugend, soziale Ungerechtigkeit und politische Repression, waren und sind Probleme in nahezu allen muslimischen Staaten.

Im Grunde sind die Staaten damit heute wieder dort angekommen, wo sie vor fast 60 Jahren schon einmal waren. Der Aufstieg islamistischer Bewegungen als Systemopposition lieferte den autoritären Machthabern zu unterschiedlichen Zeiten einen Vorwand für die politische Unterdrückung des Volkes. So wurden sie zu Verbündeten des Westens im Kampf gegen eine Gewaltbewegung, die sie durch ihre Politik zum großen Teil selbst verursacht haben. Oder anders formuliert: Die Diktaturen der arabischen Welt haben den fundamentalistischen Islam entscheidend angestoßen und ihm durch ihre Unterdrückung der Bevölkerung die Nahrung zum Wachsen gegeben. Heute geben sich viele islamistische Parteien wie die Muslimbrüder in Ägypten gemäßigt konservativ und gewinnen damit Wahlen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die Ideologen der ägyptischen Muslimbruderschaft den Dschihad einst erfanden und exportierten. Heute steht die Bewegung an der Spitze der arabischen Umbrüche. Daher ist es sinnvoll, neben Büchern zum islamistischen Terrorismus und 9/11 auch Literatur zu den Entwicklungen in der arabischen Welt mit einzubeziehen.

Der Buchmarkt folgt häufig der Nachrichtenlage und dem aktuellen öffentlichen Interesse. Als Aufhänger für Bücher werden daher oft ,runde’ Jahrestage oder der Beginn fundamentaler (politischer) Transformationsprozesse genutzt. So zog die Buchbranche 2011 intensiv Bilanz zu den Themen ,Zehn Jahre 9/11’, ,Bin Ladens Tod und die Zukunft des Dschihad’ und ,Umbrüche in Arabien’. Leider wurden die Zusammenhänge dieser Ereignisse bisher eher marginal thematisiert, aber dennoch sind einige sehr lesenswerte Bücher zu den Einzelthemen erschienen, die dem vorhandenen Kanon von Extremismusliteratur neue Facetten hinzufügen.

Die 2011 neu erschienene Literatur zum Themenkomplex ,Islamistischer Terrorismus’ orientiert sich erwartungsgemäß am zehnten Jahrestag des 11. September 2001 und den Entwicklungen, die seit diesem Datum eingetreten sind. Grundsätzlich sind drei Gruppen zu unterscheiden:

Erstens Bücher, die die unmittelbaren Auswirkungen des Anschlages auf verschiedenen Ebenen und die Entwicklungen in den zehn Jahren danach thematisieren. Hierzu zählen die Werke von Bernd Greiner, Clemens Heni, Thomas Jäger (Hrsg.), Elmar Theveßen, Michael Butter / Birte Christ / Patrick Keller (Hrsg.) sowie in einem breiter gefassten Verständnis der Bedrohung durch extremistische Gewalt auch Khaled Al-Berry und Alexander Spencer / Alexander Kocks / Kai Harbrich (Hrsg.).

Zweitens Werke, die die Bedrohungslage und die Bekämpfung des islamistischen Extremismus auf nationaler und internationaler Ebene zum Inhalt haben. Hierzu zählen die Bücher von Gernot Erler, Konrad Freiberg und Karsten Rudolph sowie Berndt Georg Thamm.

Drittens Druckerzeugnisse, die die durch Fakten belegte und öffentlich für korrekt gehaltene Geschichte anzweifeln. Sie versuchen, vermeintliche Widersprüche aufzudecken und unbeantwortete Fragen in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, ohne dabei ihre willkürliche und selektive Auswahl scheinbar passender Fakten und Ereignisse zu verbergen. Kurzum: Bücher mit Verschwörungstheorien.

Der 11. September 2001 rückte eine Gewaltideologie in das öffentliche Bewusstsein, die bereits seit Jahrzehnten existierte. Auch entsprechende Dschihad-Anschläge hatte es seit 1993 in steigender Zahl gegeben. Insofern machte 9/11 eine Lage sichtbar, die bereits in allen Facetten vorhanden war. Dennoch bedeutete der Tag auch eine historische Zäsur, der eine außenpolitische Transitionsphase beschleunigte und der internationalen Politik ein neues Gesicht gab. Zahlreiche Bücher haben sich dessen angenommen (erste Buchgruppe: Auswirkungen und Entwicklungen):

Der Gewaltforscher Bernd Greiner vom ,Hamburger Institut für Sozialforschung’ nimmt den Tag des 11. September zum Anlass, um insbesondere politische Entscheidungen zu untersuchen, die sich in den Jahren danach auf das Ereignis als ,triggering factor’ zurückführen lassen. In seinem Buch ,9/11: Der Tag, die Angst, die Folgen’ zeigt er insbesondere die Folgen für Werte wie Demokratie und Menschenrechte auf, die mit Hinweis auf die Entsetzlichkeit der Tat danach plötzlich zweitrangig zu werden schienen. Hierbei thematisiert Greiner z.B. die Auseinandersetzungen in Afghanistan, den Krieg im Irak und die Folter in amerikanischen Gefängnissen. Dieser Teil, nach Greiners Bezeichnung ,die Folgen’, nimmt zwei Drittel des Buch ein. Sehr lesenswert auch der Teil über den Tag selbst. Gestützt auf die neuesten verfügbaren Fakten und Erkenntnisse benennt Greiner Täter, Hintermänner und Drahtzieher, schildert die Ereignisse und untersucht die Folgen. Manch einem ,Verschwörungstheoretiker’ würde die Lektüre dieses Buchteils zwecks ,Faktencheck’ gut tun. Denn die Stärke des Buches ist, dass Greiner kaum Wertungen vornimmt, sondern die Fakten in den Vordergrund seiner Betrachtung rückt. Gerade deshalb ist das Buch lesenswert, obwohl es nicht mit neuen Darbietungsideen oder innovativer Strukturierung angereichert ist. Insgesamt handelt es sich um ein sehr gut geschriebenes Sachbuch eines ausgewiesenen Sachkenners und Wissenschaftlers, das durch seiner ,Nüchternheit’ überzeugt. Wie den Äußerungen des Autors zum Erscheinen des Werkes zu entnehmen ist, war genau das auch seine Absicht: „Mir war wichtig zu zeigen, wie fragil, wie anfällig Demokratien in Zeiten des Terrors, des Ausnahmezustandes sind, und wie wenig es im Grunde bedarf, um sie aus ihrer inneren Balance zu bringen” (zitiert nach Bastian Wierzioch).

Es macht besondere Freude, Bücher zu lesen und zu rezensieren, die wissenschaftlich intelligent polarisieren und das Bedürfnis wecken, auf der Stelle mit dem Autor zu diskutieren. In diese Kategorie fällt das Buch von Clemens Heni, Schadenfreude: Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11. Heni ist deutscher Politikwissenschaftler mit besonderen Verdiensten um die Erforschung rechter und antisemitischer Tendenzen. 2011 gründete er das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). Clemens Heni stellt durchaus kritische Thesen auf. Nach dem 11. September 2001, so konstatiert er, gebe es die Tendenz, Kritik am Islamismus und Dschihad zu relativieren und mit der Schaffung des diffusen Begriffes ,Islamophobie’ eine gründliche Analyse des gewaltbereiten politischen Islam sowie eines Antisemitismus in muslimischen Gesellschaften zu unterdrücken. Dagegen wendet sich sein Buch in sieben Kapiteln, die zur kritischen Auseinandersetzung mit Islamismus und Antisemitismus führen sollen. Clemens Henis Analysen sind zwar a priori nicht völlig unbegründet, aber er differenziert kaum nach der Intensität der kritischen Auseinandersetzung auf einzelnen Themengebieten.

Die Kritik an Teilen der Islamwissenschaft in Deutschland mag aus anderen Gründen berechtigt sein, aber gerade die ,wissenschaftliche Community’ in Deutschland (Islam-, Politik- und Sozialwissenschaftler) hat sich des Ereignisses 9/11 und seiner Hintergründe durchaus intensiv angenommen. Eine Fülle von Essays und Büchern deutscher Wissenschaftler setzt sich explizit mit der Gewaltideologie des Dschihad sowie deren Verbreitung und Gefahren auseinander. Heni beklagt auch, religiöser Fanatismus und Geschlechterverhältnisse im Islam würden in der Wissenschaft zu wenig analysiert. Aber gerade die ,Gender-Forschung’ ist in Deutschland ein Bereich, dem sich zunehmend mehr Wissenschaftler widmen, darunter z.B. die deutsche Islamwissenschaftlerin Rita Breuer. Bei den bisher genannten Punkten läuft Henis kritische Analyse mithin teilweise ins Leere.

Dies ist anders bei den folgenden Themenfeldern. Zwei der zentralen Fragen von Heni lauten: “Werden Selbstmordattentäter, Antizionismus, Antisemitismus und Islamismus in ihrer Beziehung zueinander analysiert?” und “Wird Antisemitismus als spezifisches historisches und gegenwärtiges Phänomen wahrgenommen?” Hier besteht in der Tat noch erheblicher Forschungsbedarf. In diesen Bereichen schließt das Buch von Clemens Heni eine Lücke und hier liegen auch die Stärken des Werkes. Das Buch erzeugt den starken Wunsch des wissenschaftlichen Diskurses. Was mehr kann man von einem solchen Werk verlangen?

Die Öffentlichkeit kennt ihn als ,Terrorismusexperten' des ZDF und erhält von ihm stets hochwertige Terrorismusanalysen, denn er gehört zu den „gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“. Er kann komplexe Sachverhalte auf den Punkt bringen und für ein breites Publikum verständlich machen. Diese Qualitäten zeichnen den Journalisten Elmar Theveßen auch als Buchautor aus. Sein Werk „Nine Eleven: Der Tag, der die Welt veränderte“ ist ein Cross-Media-Produkt und lehnt sich an die zweiteilige Dokumentation von Elmar Theveßen und Souad Mekhennet an, die das ZDF im September 2011 ausstrahlte. Inhaltlich zeigt Theveßen auf, wie aus seiner Sicht in den letzten zehn Jahren Angst und Schuldgefühle zu Antriebsrädern der Politik wurden. Die Folgen der Anschläge sind laut Theveßen zwei regionale Kriege in Afghanistan und Irak sowie ein globaler Kampf gegen den Terrorismus, der bis heute andauert. Der Autor zeigt anschaulich auf, wie die Beschneidung von Menschen- und Bürgerrechten mit dem Bedürfnis nach Sicherheit gerechtfertigt wurde. Durch ein Gebäude von kreativer Interpretation, Halbwahrheiten und Lügen hätten sich die USA ins Unrecht gesetzt und nicht wie Demokraten verhalten. Hierbei hätten sie weltweit neue Negativmaßstäbe gesetzt. Diese ebenso zutreffende wie bekannte Schilderung wird durch Meinungsäußerungen führender Politiker, Elitesoldaten, Hasspredigern und Dschihad-Fundamentalisten abgerundet. Theveßen sieht in dieser Entwicklung in Antithese zum Werk von Michael Butter / Birte Christ / Patrick Keller (Hrsg.) eben doch 9/11 als einen Tag, der die Welt veränderte. Dabei ist es wenig überraschend, dass zwischen beiden Werken kaum inhaltliche Differenzen bestehen, die über die Benennung des Tages hinausgehen. Theveßen schildert auch noch einmal die Vorgeschichte und den Ablauf des Tages auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse. Dabei rechnet er auch erfrischend deutlich und detailliert mit dem Unfug ab, den zahlreiche Verschwörungstheoretiker mit ihren neuesten Bücher verbreiten. Insgesamt ist Theveßens Buch zwar nicht besonders innovativ und die Inhalte Mainstream, aber auf höchstem Niveau geschrieben mit der Akribie eines herausragenden Journalisten.

Häufig vervollständigt sich ein Bild erst, wenn es Zeitzeugen gibt, die von ihren Erfahrungen berichten. Dies ist auch bei der Gewaltideologie des Dschihad der Fall, denn es ist besonders interessant, wie potentielle Aktivisten in den Bann sektenartiger Strukturen geraten. Aus diesem Grund stellt die Autobiografie von Khaled Al-Berry ,Ich war ein Gotteskrieger: Mein Leben als Islamist' eine sehr willkommene Ergänzung zur wissenschaftlichen Dschihadanalyse dar. Hier spricht ein Betroffener; ein ägyptischer Islamist erzählt sein Leben. Khaled al-Berry wurde 1972 in Sohag, Ägypten, geboren. In Kairo studierte er Medizin. Als Jugendlicher wird Khaled al-Berry in den Bannkreis des extremistischen Islam gezogen. Es ist die erste Hochphase der Dschihad-Bewegung Dschama'a Islamiyya, fest verwurzelt auf den Lehren von Sayyid Qutb, beeinflusst von Abdullah Azzam und indoktriniert vom geistigen Führer der ägyptischen Dschihad-Szene, Scheich Omar Abdul Rahman. Die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat durch die Dschama'a Islamiyya ist noch nicht lange her und die Fanatiker schicken sich an, die Ideologie radikaler Ideologen mit Wurzeln in der Muslimbruderschaft in die Tat umzusetzen. Khaled Al-Berry gewährt dem Leser einen einzigartigen Einblick in die Welt radikalisierter islamistischer Gruppen und klärt dabei auf, was sie so attraktiv macht. Solche Gruppen generieren sich als Sammelbecken für diejenigen, die unter der herrschenden Ordnung keine Perspektive mehr sehen und nach einer Alternative suchen. Der radikale Gegenentwurf der Islamisten verheißt eine vermeintliche soziale Perspektive gepaart mit einer scheinbaren Gläubigkeit. Wie wenig das mit der Religion zu tun hat und wie sehr sie pervertiert wird, fällt nur den Wenigsten auf, die sich dann angewidert und desillusioniert abwenden. Insofern ist die ,Einmal-Dschihad-und-zurück'-Geschichte von Khaled Al-Berry eine echte Bereicherung auf dem Buchmarkt. Der Autor selbst schaffte den Absprung: Seit 1999 lebt und arbeitet er als Journalist und Schriftsteller in London.

Mit sehr guten Einzelbeiträgen, aber ohne roten Faden präsentiert sich der Sammelband von Alexander Spencer/ Alexander Kocks/ Kai Harbrich (Hrsg.) ,Terrorismusforschung in Deutschland'. LeserInnen, die tatsächlich einen Überblick über Terrorismusforschung in Deutschland erwarten, sind hier falsch. Die Herausgeber stellen zunächst zu Recht fest: “Auch im deutschsprachigen Raum existiert eine zunehmende Anzahl von Beiträgen zum Thema 'Terrorismus', die sowohl traditionell positivistische als auch kritische, konstruktivistische und interdisziplinäre Ansätze verfolgen”. Nur werden solche wissenschaftlichen Beiträge in dem Sammelband zu wenig aufgegriffen. Bei den Autoren handelt es sich zwar ausnahmslos um exzellente Wissenschaftler und Analysten, von denen sich aber viele zu sehr auf englischsprachige Arbeiten beziehen. So findet sich in einigen Literaturverzeichnissen kaum ein deutsches Werk, obwohl qualitativ hochwertige wissenschaftliche Literatur in deutscher Sprache im Überfluss vorhanden ist. Erinnert sei hier u.a. an die Arbeiten deutscher Forschungsinstitute oder Universitäten. Bei einer kurzen, für die Autoren sicherlich zumutbaren Internet-Recherche finden sich Dutzende von hochwertigen Dissertationen zum Thema, unzählige wissenschaftliche Essays deutscher Forscher bis hin zu ganzen Forschungsinstituten. Dies alles findet im Buch aber nicht statt. Thematisch wird eine Amalgamisierung aller möglichen Facetten der Terrorismusforschung geboten, die von Völkerrecht, Spieltheorie, Weimarer Republik über Al-Qaida und UN-Sicherheitsrat bis hin zum Bundestrojaner reicht. Jeder Beitrag ist für sich genommen sehr lesenswert und hätte jedes wissenschaftliche Periodikum sicherlich geschmückt, nur fehlt ein schlüssiges Konzept, um die Beiträge zu einem Buch mit rotem Faden zu verbinden. Das Konzept ,Deutsche Wissenschaftler zeigen, woran sie gerade arbeiten' ist bei aller Stärke der Einzelbeiträge zu schwach, um das Buch als Ganzes zu tragen.

Wie ein Sammelband zur Extremismusforschung sehr viel besser gemacht wird, zeigt das ebenfalls als Sonderheft der ,Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik' (ZFAS) erschienene Buch des Kölner Hochschullehrers Thomas Jäger (Hrsg.),Die Welt nach 9/11: Auswirkungen des Terrorismus auf Staatenwelt und Gesellschaft'. Die Universität Köln ist seit vielen Jahren zum Thema ausgesprochen aktiv und hat einen exzellenten Ruf auf dem Gebiet der Terrorismusanalyse und benachbarter Disziplinen. Auch hier schreiben deutsche Wissenschaftler in hervorragender Qualität, aber das Buch hat einen ,roten Faden' und eine stimmige Struktur, die auch die ausgetretenen Pfade verlässt und dabei ausgesprochen interessante Aspekte thematisiert. Zehn Jahre nach dem 11. September 2011 wird in diesem Sammelband dargestellt, welche Wirkungen vom bisher größten islamistischen Dschihad-Anschlag ausgingen. Analysiert werden Entwicklungen in verschiedenen Staaten, Auswirkungen auf die zwischenstaatlichen Beziehungen und Veränderungen im gesellschaftlichen Leben. Insbesondere letzteres hebt das Buch deutlich aus der ,Literaturmasse' heraus, denn die Autoren widmen sich auch der unterschiedlichen Wirkungen des Ereignisses auf Öffentlichkeit, Medien, Religion und Kultur. Der Sammelband zeigt sowohl auf, auf welchen Gebieten sich bereits vorhandene Entwicklungen verändert haben, als auch, welche neuen politischen und gesellschaftlichen Tendenzen hierin begründet sind. Trotz der thematischen Vielfalt gibt es eine klare Struktur, die aus fünf Teilen besteht: Akteure (z.B. die USA, Al-Qaida, der Nahe und Mittlere Osten, die EU, Lateinamerika und Afrika), Internationale Beziehungen (z.B. internationale Systeme und die internationale Sicherheitskooperation nach 9/11, das Ende amerikanischer Vorherrschaft, Terrorismusbekämpfung und -prävention, die Legitimierung des Irakkrieges und das ,Afghanistan-Dilemma'), Transformationen (z.B. der Aufstieg privater Militärfirmen, die Rolle der Nachrichtendienste, der Schutz der Grundrechte, Finanzmärkte, Kommunikationsmanagement und Bevölkerungsschutz) Imaginationen (z.B. Terrorismus im Film, mediale Reaktionen, Verarbeitung in Kunst und Literatur) sowie Spannungen (z.B. das Verhältnis von Religion und Politik, Verschwörungstheorien, Terrorismus im digitalen Zeitalter und Krisenjournalismus). Der Sammelband fügt der bereits vorhandenen Terrorismusliteratur zahlreiche neue Aspekte hinzu, lädt ausdrücklich zum wissenschaftlichen Diskurs ein und bereichert auch Menschen, die glauben, bereits alles zum Thema gelesen zu haben. Uneingeschränkt empfehlenswert!

Literatur zur Extremismusforschung wird immer dann besonders interessant, wenn sich hinter einem provokanten Titel ein ungewöhnlicher und unerwarteter Inhalt verbirgt. So gibt es immer wieder Werke, die in dieser Hinsicht sehr positiv überraschen. Dies ist der Fall bei Michael Butter / Birte Christ / Patrick Keller (Hrsg.) ,9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte'. Viele Werke widmen sich vermeintlichen Paradigmenwechseln und Veränderungen in der (internationalen) Politik nach dem 11. September 2001, doch dieses Werk behauptet in seinem Titel das Gegenteil. Das Werk zeigt in zehn Kapiteln mit den Themen Weltmacht, Recht, Umwelt, Wirtschaft, Religion, Patriotismus, Verschwörung, Männer, Kunst und Anti-Amerikanismus ein Bild der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten nach 9/11. Jedes Kapitel legt plausibel, aber dennoch streitbar dar, warum sich aus Autorensicht an diesem Tag nichts grundlegend verändert hat, sondern bereits zuvor vorhandene Entwicklungen verstärkt und sichtbar gemacht wurden. Eine interessante Idee ist das Intro zu jedem Beitrag: Es wird jeweils eine thematisch prägende Fotografie vorangestellt. Besonders auffällig und lesenswert sind Kapitelthemen, die die LeserInnen in einem solchen Buch nicht erwarten; wie z.B. das Thema ,Männer'. Nach dem Foto des früheren US-Präsidenten George W. Bush in vollem ,Militäroutfit' folgt eine sehr gut dargestellte Analyse der “Inszenierung von Hyper-Maskulinität” und “Männlichkeitsmythen” nach 9/11 z.B. durch Herren wie Bush, Rumsfeld und Guiliani. Sie sollten medial und öffentlich eine maskuline Stärke und problemlösende Entschlossenheit suggerieren, die tatsächlich kaum vorhanden war. Das Fazit der Autorin: “Das Spektakel des siegreichen Kriegers kann schnell den nüchternen und kritisch hinterfragenden Blick auf die politische Lage versperren und darüber hinaus die Entscheidungsträger selbst Glauben machen, sie seien unfehlbar und unbesiegbar. Die Beschwörung männlichen Heldentums kann so zu unüberlegten, emotionsgeleiteten Entscheidungen und einer Spirale von Aggression führen” (S. 105). In die Kategorie ,ungewöhnlich, aber diskussionsanregend' fallen z.B. auch die Beiträge über Umwelt, Religion, Patriotismus und Kunst. Fazit: Es gibt noch herausragende Bücher mit neuen Ideen jenseits des Mainstreams. Dieses sehr empfehlenswerte Werk gehört dazu.

Der Sammelband von Margit Reiter und Helga Embacher (Hrsg.) ,Europa und der 11. September 2001' untersucht die Wirkungen der Anschläge auf die europäisch-amerikanischen Beziehungen. Obwohl der Titel ,Europa' als Sammelbegriff verwendet, stellen die einzelnen Beiträge doch heraus, dass es in den europäischen Staaten jenseits der Verurteilung terroristischer Gewalt unterschiedliche und länderspezifische Reaktionen auf die Politik der US-Administration gab. Thematisiert werden Reaktionen und Kontroversen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Polen und Österreich. Inhaltlich stehen insbesondere die Debatten in den genannten Ländern um den Irakkrieg, das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen Europa und den USA, 9/11 als Medienereignis sowie Amerikakritik und Antiamerikanismus, im Vordergrund. Aus deutscher Sicht ist besonders die Reaktion der deutschen Politik und Öffentlichkeit von Interesse. Ausgehend von einer eher allgemeinen Solidarität nach 9/11, doch der öffentliche Perzeptionswechsel ,vom Opfer zum Schuldigen' vollzog sich relativ zügig. Die ursprüngliche Solidarität wich schnell einer kritischen Haltung. Zur geschichtlichen Einordnung der Amerikakritik wurden auch ,Sündenfälle' der amerikanischen Geschichte von der Indianerverfolgung über die Rassenunruhen bis hin zum Materialismus herangezogen und damit oberflächliche, aber dennoch fest verwurzelte Stereotype bedient. Befeuert wurde ein Neo-Antiamerikanismus, für den die politisch handelnden Personen der Bush-Administration mit ihrem Auftreten und Benehmen sowie ihrer Wortwahl eine ideale Angriffsfläche boten. Insgesamt handelt es sich um ein facettenreiches, gut strukturiertes Buch, das mit den aufgegriffenen Themen eine Lücke schließt.

Die Terroranschläge des 11. September 2001 beeinflussten auch die Politik der inneren Sicherheit in allen Ländern der Welt maßgeblich. Daher verwundert es kaum, dass die Thematik ,Bedrohungslage und Bekämpfung' (zweite Buchgruppe) 2011 ebenfalls ein Publikationsschwerpunkt war.

Die Hauptthese des langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten und früheren Staatsministers im Auswärtigen Amt Gernot Erler in seinem Buch ,Das Versagen nach 9/11: Mit besseren Strategien gegen den Terror' lautet, dass sich die ,politische Welt' nach 9/11 in die falsche Richtung verändert habe, nämlich mittels einer von den USA dominierten Anti-Terror-Politik. Damit sei eine verhängnisvolle ,Reduktion von Komplexität' einher gegangen, da verschiedene sicherheitspolitische Herausforderungen wie Internationaler Terrorismus, Schurkenstaaten und Proliferation undifferenziert in einen Topf geworfen wurden. Es wurden Zusammenhänge behauptet (und bekämpft), die so nicht existierten. Denn anstatt sich mit Motiven, Entstehungsformen und gesellschaftlichen Ursachen des islamistischen Terrorismus auseinanderzusetzen, sind klassische (und hierfür ungeeignete) Machtinstrumente gewählt worden. Dabei hätte aus der Geschichte längst bekannt sein müssen, dass sich Ideen in den Köpfen nicht mit Streitkräften bekämpfen lassen. Dabei bedauert Erler, dass sich die notwendige Idee einer ,globalen Prävention' mit dem Ziel einer faireren Weltordnung nie wirklich habe durchsetzen können. Der Autor liefert in seinem Werk mithin eine zutreffende Beschreibung und Bewertung der Anti-Terror-Politik nach 9/11, die von den meisten Analysten und Wissenschaftlern auch geteilt wird. Als zukünftig bessere Alternative bringt Erler eine ,europäische Lösung' mit der EU als zentralem politischen Akteur ins Gespräch. So nachvollziehbar diese Idee auch sein mag: Erler kommt nicht umhin zu konstatieren, dass die Geschichte der Außenpolitik der EU eine Geschichte voller Unzulänglichkeiten und Absichtserklärungen ohne praktische globale Relevanz ist. Zwar ist er sehr vorsichtig in seinem Urteil, kommt aber dennoch zu dem Ergebnis, dass sich die Europäische Union bisher nicht die nötige Geltung habe verschaffen können, was in mangelhaften Entscheidungs- und Führungsstrukturen sowie nationalen Eitelkeiten begründet liegt. Erler legt aber kaum dar, wie das zu überwinden wäre. Hier wäre Raum für eine ausformulierte und machbare EU-Strategie gewesen, die dem zutreffend analysierten status quo entgegenzusetzen ist. Welche besseren Strategien (Untertitel des Buches) gibt es konkret? Hier bleibt Erler zu wage. Dennoch handelt es sich um lesenswertes Buch, das als kurze Zusammenfassung wesentlicher politischer Problembereiche punkten kann.

Am Anfang jeglicher Maßnahmen zur Inneren Sicherheit sollte immer eine realistische Bedrohungsanalyse stehen. Dabei ist es stets gewinnbringend, wenn diese von einem ausgewiesenen Kenner der Materie geliefert wird. Insofern trägt das neue Buch ,Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer Szenarien der Abwehr' des renommierten Terrorismusexperten Berndt Georg Thamm zur korrekten und nüchternen Einschätzung der Lage in Deutschland bei. Thamm stellt zutreffend heraus, dass Deutschland immer mehr ins Fadenkreuz islamistischer Terroristen rückt. Er zeigt anhand von Beispielen wie der ,Sauerland-Gruppe' und weiterer Anschlagsvorbereitungen, dass die Gewaltideologie des Dschihad seit Jahren auch Deutschland erreicht hat. Besonders beunruhigend dabei ist, dass sich viele Konvertiten mit Sinnkrisen und Biografiebrüchen für diese sektenartige Radikalideologie anwerben lassen. Die Bedrohungslage hat inzwischen ein Stadium erreicht, in dem ein größerer Anschlag in Deutschland nicht mehr eine Frage des ,ob', sondern des ,wann' ist. Zudem weißt Thamm zu Recht detailliert auf die Bedeutung des Internet und sozialer Netzwerke für die Konsolidierung und Verbreitung der Dschihad-Idee, aber auch konkreter Aktionspläne hin. Sein eindinglicher Appell, in Deutschland endlich eine Neubewertung der Bedrohungslage vorzunehmen, sollte nicht ungehört verhallen. Fazit: Ein sehr gut strukturiertes und geschriebenes Buch mit unbequemen, aber notwendigen Wahrheiten, vorgelegt von einem der besten deutschen Extremismusanalysten. Eine Pflichtlektüre für jeden, der die Bedrohung durch Dschihad-Aktivisten verstehen möchte.

Wenn die Bedrohungslage korrekt eingeschätzt wurde, stellt sich die Frage, wie dieser adäquat begegnet werden kann? Hierauf versucht das Buch von Konrad Freiberg und Karsten Rudolph ,Verunsicherte Freiheit: Innere Sicherheit nach 9/11' Analysen und Antworten zu finden. Eine ungewöhnliche, aber gute Idee ist die Struktur des Buches: Nach einer gemeinsamen Einleitung der Autoren widmen sich beide in getrennten Teilen der gleichen Thematik ,Sicherheit und Freiheit heute'. Zum einen aus der Sicht des politisch Handelnden (Rudolph, früherer innenpolitischer Sprecher der NRW-SPD-Fraktion), zum anderen aus der Sicht des langjährigen Praktikers (Freiberg, früher Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei). Beide Teile sind durchweg sehr gut dargestellt. Rudolph thematisiert u.a. die ,Risiken und Nebenwirkungen' der Anti-Terror-Gesetzgebung und das ,Spiel mit dem Ausnahmezustand'. Freiberg widmet sich u.a. der Neigung, mit Terrorangst Politik zu machen, der deutschen Sicherheitsarchitektur und der Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte. Beide stimmen in ihren kritischen Analysen der Inneren Sicherheit nach 9/11 darin überein, dass mit polizeilichen und militärischen Mitteln der Kampf gegen den islamistischen Dschihad-Extremismus nicht zu gewinnen ist. Dass im Buch manche Meinungen und Thesen zur Diskussion geradezu herausfordern, ist eine der Stärken des Werkes. Fazit: Zwei absolute ,Kenner der Materie' stellen ihre Ansichten überblickartig in einem gelungenen Buch dar.

Die dritte Gruppe von Büchern beschäftigt sich mit den Umbrüchen in der arabischen Welt. Die Lage in den meisten arabischen Ländern sah bis Ende 2010 so aus: Es herrschten diktatorische und korrupte Regime, die die eigenen Bevölkerungen nicht nur ausplünderten, sondern blutig unterdrückten. Die Anteile der unter 30-jährigen an den Bevölkerungen beträgt bis zu 50 Prozent; es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit besonders für junge Menschen. Als im Dezember 2010 eine Welle des Protests in der arabischen Welt losbricht, in deren Folge zahlreiche Staaten von ihren Staatschefs befreit werden, beginnt eine Zeitenwende. Die politisch-sozialen Verhältnisse in der Region sind seit Langem veränderungsreif. Schlechte Regierungsführung, Verletzung von Menschenrechten, Korruption, Benachteiligung von Frauen und jungen Menschen: Die Selbstverbrennung des tunesischen Gemüsehändlers Mohammed Bouazizi setzt eine lange zu erwartende Protestwelle in Gang, die im Sturz der alten Systeme mündet oder münden wird. Kommunikationsformen wie das Internet mit sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook, aber auch die neutrale Präsenz der arabischen Nachrichtenkanäle Al-Dschasira und Al-Arabiya spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die sozialen Netzwerke helfen, die Protestwelle voranzutreiben. Ihre User, die Generation der 25 bis 35jährigen, stellt im arabischen Raum 30% der Bevölkerung. Die Jugend ist gut ausgebildet und global vernetzt. Aber 90% der Arbeitslosen kommen aus dieser Altersgruppe. Die jungen Araber sehen sich um ihre Zukunft betrogen, sie lassen sich nicht von der Propaganda überzeugen, an die die vorige Generation noch glaubte.

Zum Thema ,Umbrüche in arabischen Staaten' sind 2011 zahlreiche Bücher auf durchweg hohem Niveau erschienen. Sie unterscheiden sich zumeist hinsichtlich der betrachteten Zeitspanne: In einigen Werken werden die aktuellen Entwicklungen geschildert und vorsichtige Prognosen für die Zukunft gewagt. Andere wiederum beziehen die Vorgeschichte und die politisch-sozialen Hintergründe der Proteste mit ein. Dabei ist verständlich, dass bei dynamischen Lagen wie in der arabischen Welt die Bücher hinsichtlich der aktuellen Ereignisse nur Momentaufnahmen sein können.

Einen guten Überblick über die Entwicklungen und Herausforderungen der gesamten Region anhand einzelner Länderanalysen liefert der Sammelband ,Die arabische Revolution. Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf', herausgegeben von Thomas Schmid und Frank Nordhausen. Das Buch gibt in elf Artikeln einen Überblick über die unterschiedliche Lage in verschiedenen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens. Zehn Journalisten und Wissenschaftler, alle ausgewiesene Kenner der Region, beschreiben die politischen und sozioökonomischen Entwicklungen sowie die jeweiligen Akteure. Das Spektrum reicht dabei von strukturkonservativen Regimen bis zu erfolgreichen Umstürzen. Als Staaten werden Tunesien, Libyen, Ägypten, Algerien, Marokko, Syrien, Libanon, Jordanien, Jemen, Saudi-Arabien und die Golfstaaten betrachtet. Der Sammelband von Thomas Schmid und Frank Nordhausen eignet sich sehr gut als kompakter Überblick über die Entwicklungen in der arabischen Welt, der das thematische Spektrum breiter auffächert als viele andere Bücher, die sich zumeist nur auf die ,Protest- und Umsturzländer' beziehen. Der Stand der Dinge in der arabischen Welt wird hier sehr kompetent zusammengefasst. Anderseits eignet sich das Werk nur als Einstieg, da das Konzept und die Struktur eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Ländern natürlich nicht zuließ. Die LeserInnen sollten sich mit diesem sehr empfehlenswerten Buch der Problematik und den Herausforderungen in der arabischen Welt nähern, um ihr Wissen bei Interesse mit den folgenden Büchern zu vertiefen.

Michael Lüders, Islamwissenschaftler, Publizist und ehemaliger Nahostkorrespondent für die ZEIT, schlägt mit seinem Werk ,Tage des Zorns. Die arabische Revolution verändert die Welt' einen weiten Bogen. In 15 Kapiteln beschreibt er die Ursachen der Proteste sowie die verschiedenen Akteure. Er skizziert mögliche Zukunftsszenarien und arbeitet politische Risiken heraus. Lüders stellt die Verhältnisse in der Region sehr gut strukturiert dar und vermittelt dem Leser ein Gefühl für die Empfindungen und Nöte der Menschen. Er zeigt zudem deutlich auf, dass diese Entwicklung keineswegs aus dem Nichts kam, sondern im Grunde längst überfällig war. Dabei stellt er auch die Bedeutung der Veränderungen für Europa heraus. Nur in einem Punkt mögen manche LeserInnen den Ausführungen des Autors nicht vollständig folgen: Lüders meint, dass Religion für die ,Generation Facebook' nur eine untergeordnete Rolle spielt, da der Islam für viele nicht Ideologie, sondern vielmehr Lifestyle darstelle. Dies mag für die Demonstranten vom Tahrir-Platz durchaus zutreffen, nur sind dies offensichtlich nicht die Menschen, die zukünftig politisch führen werden. Gewonnen haben die Wahlen durchweg rückwärts gewandte Parteien aus dem islamistischen Spektrum. Daher kann auch die Blütezeit islamistischer Ideologien noch nicht als beendet angesehen werden, solange diejenigen Strömungen, aus deren Reihen die Dschihad-Ideologie ursprünglich stammt, heute in arabischen Staaten Wahlen gewinnen. Insgesamt ein sehr informatives und gut strukturiertes Buch eines herausragenden Kenners der Region.

Ein weiteres Werk zum Thema mit dem Titel ,Der Aufstand: Die arabische Revolution und ihre Folgen' stammt von dem renommierten deutschen Wissenschaftler Volker Perthes, der die Region aus langjähriger Erfahrung vor Ort kennt und heute Direktor des führenden deutschen Politikberatungs-Think-Tank ,Stiftung Wissenschaft und Politik ist. Perthes beschreibt die Entwicklungen in der arabischen Welt als „historisches Großereignis“ von der Dimension der Systemtransformation in Ostmittel- und Osteuropa. Er stellt heraus, dass nicht Armut und sozioökonomischen Lagen der Menschen allein auslösende Faktoren der Proteste waren, sondern insbesondere auch Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Perthes stellt fest, dass alle Regime zunächst gedacht haben, dass es hauptsächlich um ,Brotrevolten' handelt, in deren Verlauf es genügt, Lebensmittel und Energie zu subventionieren. Doch darum ging es den Menschen nur zu einem gewissen Teil. Ihnen ging es mehr um Würde und Freiheit. Mit klarem Blick für das Wesentliche analysiert Perthes die politische Ausgangslage in den jeweiligen Ländern und die zwangsläufigen Folgen: einen ,Aufstand der Jugend'. Hier schreibt ein sehr Kundiger ein besonders lesenswertes Buch, das ebenfalls die Implikationen der ,arabischen Herausforderung' für Europa nicht ausspart. Die halbherzige Unterstützung des Westens wird sich ändern müssen, so bilanziert Perthes. Aber auch die Islamisten befänden sich durch ihre gewachsene Legitimität und Verantwortung derzeit in einem Realitätstest, der sie verändern wird. Wenn Weltanschauung auf Wirklichkeit trifft, wird mittel- und langfristig letztere gewinnen.

Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Büchern stammen die folgenden von Autoren, die sich während der Umbrüche vor Ort aufgehalten haben und ihre Eindrücke der Situation (teilweise chronologisch) schildern. Hamed Abdel Samad ist Ägypter, kam mit 23 Jahren nach Deutschland und arbeitete als Wissenschaftler. Heute ist er Publizist, war von Beginn der Proteste an dabei und legt das Buch ,Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens' vor. Im ersten Drittel des Werkes berichtet er in einer Art Tagebuch von den Demonstrationen und Ausschreitungen auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Er schildert die Straßenkämpfe, das teilweise brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte sowie die Beharrlichkeit seiner Landsleute. Hamed Abdel Samad stellt zudem die Veränderungen der arabischen Medien, die Strukturen des Bildungswesens, die Rolle der Frauen und auf den Einfluss der islamistischen Muslimbruderschaft ein. Auch für ihn können die Religiösen einem harten Realitätstest nicht standhalten. Doch das Buch hat neben der Chronologie der Ereignisse noch eine weitere sehr lesenswerte Facette: Für Hamed Abdel-Samad steht die arabische Welt an einem Scheideweg, der entweder dazu führt, dass sich die demokratischen Kräfte durchsetzen oder im Chaos, religiösem Fundamentalismus und Gewalt in der ganzen Region endet. Der erste Teil seines Buchtitels ,Krieg oder Frieden' wird mithin sehr anschaulich und kompetent beleuchtet, doch auch der zweite Teil des Buchtitels ,Zukunft des Westens' wird problemorientiert analysiert. Hamed Abdel Samad stellt zwei Szenarien gegenüber: In ersten Szenario können die europäischen Länder wirtschaftlich von der Situation profitieren, im zweiten drohen dem ,Verlierer Europa' neue sicherheitspolitische und strukturelle Herausforderungen in der Region. Doch eines scheint für ihn so oder so gewiss: Es muss politisch gehandelt werden. Hamed Abdel Samad erfüllt die Erwartungen, die mit dem Titel seines Buches geweckt werden, in vorzüglicher Art. Es handelt sich um das Werk eines Insiders, der dem Leser Gegenwart und Zukunft der Region sehr gut transparent macht und die LeserInnen für die fragile Situation in besonderer Weise sensibilisiert.

Ein weiteres ,Vor-Ort-Buch' veröffentlichte der Journalist Jörg Armbruster mit seinem Werk ,Der arabische Frühling: Als die islamische Jugend begann, die Welt zu verändern'. Armbruster berichtet als ARD-Korrespondent schon seit vielen Jahren aus der Region. Für das Buch interviewte er Organisatoren des Aufstandes, ehemalige politische Gefangene und Politiker, die im neuen Arabien eine Zukunft haben. Armbruster macht die Veränderungen häufig an Einzelbeispielen und -schicksalen verständlich wie z.B. am Tod eines Künstlers, der durch Scharfschützen erschossen wurde. Das Buch vermittelt den positiven Eindruck der Sachlichkeit und Objektivität trotz der großen Nähe zum Geschehen. Zudem vermittelt es in aller Kürze Eindrücke über die politischen, religiösen und sozialen Hintergründe des ,arabischen Frühlings'. Auch Armbruster wagt einen profunden Blick in die Zukunft, die ähnlich ausfällt wie bei den Autoren zuvor. Die Stärken seines Buches liegen aber eindeutig in der Analyse der gegenwärtigen Entwicklungen und der ,Personalisierung der Geschehnisse'. Armbrusters Schilderungen wirken als authentische Chronologie historischer Umbrüche, in Worte gefasst von einem exzellenten Beobachter.

Das Buch ,Aufbruch in die Vernunft. Islamdebatten und islamische Welt zwischen 9/11 und den arabischen Revolutionen' von Stefan Weidner stellt nicht die Geschehnisse während der Umbrüche in der arabischen Welt in den Mittelpunkt der Betrachtung, sondern beschreibt den ,arabischen Frühling' als eine Art Zäsur in der Betrachtung des Islam. Stefan Weidner ist ein sehr geschätzter Islamwissenschaftler, Publizist und Übersetzer. Sein Buch ist eine Zusammenstellung von Essays, Reportagen und Analysen aus den Jahren 1999 bis 2011. Weidner sieht die Zäsur, die der ,Arabische Frühling' bewirkt hat, im Verhältnis zwischen dem Westen und der islamischen Welt. Nach 9/11 wurde in der öffentlichen Meinung kaum differenziert zwischen dem Islam als friedlicher Weltreligion und einer kleiner Minderheit sektenartiger Fanatiker, die die Lehren des Islam zur Rechtfertigung von Gewalt (Dschihad) missbrauchten. Plötzlich galt der Islam selbst in manchen Kreisen als gewaltbereit und demokratieunfähig. Gegen diese oberflächliche und falsche Perzeption wendet sich der Autor ebenso wie gegen die Meinung mancher muslimischer Kreise, der Westen wolle dem Islam nur schaden und habe sich gegen Muslime verschworen. Der Arabische Frühling als jüngstes historisches Datum habe hingegen gezeigt, dass auch gläubige Muslime für Werte wie Demokratie und Meinungsfreiheit einstehen können. Ein innovatives und sehr lesenswertes Buch abseits des Mainstreams, das als eines der ganz wenigen Schriften in der Betrachtung 9/11 mit den arabischen Umbrüchen verknüpft und somit mithilft, eine Lücke zu schließen.

Elvis lebt, die Mondlandung fand im Fernsehstudio statt, Osama bin Laden war CIA-Agent und die Welt ist eine Scheibe. Wenn die geneigten LeserInnen bei dieser Aufzählung eher schmunzeln und sofort an Verschwörungstheorien denken, sind sie bei der folgenden Buchgruppe genau richtig. Verschwörungstheorien haben ihre Wurzeln in einer grundsätzlichen Annahme: Regierungen oder andere Machtgruppen verschleiern die Wahrheit. Ob konkrete Thesen und Fakten diese Annahme stützen oder ihr widersprechen, ist zweitrangig, solange sie zur Grundannahme passen. Es fällt schwer, solche Werke wirklich ernst zu nehmen. Die Fakten- und Detailtreue ist praktisch immer umgekehrt proportional zum Entertainment-Faktor: Es werden zwar kaum wissenschaftlich nachvollziehbare Argumente geboten, aber der Unterhaltungswert ist wenigstens hoch. In diese Kategorie fallen auch zwei neue Bücher, die sich mit 9/11 beschäftigen.

Direkt nach den Anschlägen des 11. September hatte Mathias Bröckers schon einmal ein Buch mit angeblich ungeklärten Fragen und Vertuschungen vorgestellt. Jetzt legt er mit seinem Co-Autor Christian C. Walther und dem Werk ,11.9. - zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes' nach. Doch die LeserInnen, die aufmerksam geworden durch den Buchtitel eine lange ersehnte Korrektur bisheriger Thesen der Autoren erwarten, liegen leider falsch. Es geht noch einmal in die Niederungen amerikanischer ,Vertuschungspraxis'. Die Kommission zur Klärung der 9/11-Anschläge habe einen Abschlussbericht vorgelegt, der in keinem Punkt einer gewissenhaften Prüfung standhalte, wie die Autoren meinen. Sie meinen zu erkennen, dass es sich bei besagtem ,Commission Report' um eine Hypothese ohne stichhaltige und eindeutige Beweise handelt. Zudem zeigen sie nach eigener Ansicht viele Ungereimtheiten, Widersprüche und Vertuschungen auf. Fazit: Im besten Fall inkonsistent und selektiv, mithin genau das, was die Autoren den öffentlichen Verlautbarungen vorwerfen.

Warum aber sollten Autoren sich nur mit 9/11 beschäftigen, wenn viele weltpolitische Ereignisse zeitgleich dem Verschwörungstest unterzogen werden können? So ähnlich dachten wohl Jesse Ventura und Dick Russel und verfassten das Werk ,Die amerikanische Verschwörung: 9/11 und andere Lügen'. Jesse Ventura ist ehemaliger Navy Seal, professioneller Wrestler und war von 1999-2003 Gouverneur von Minnesota. Er moderiert im amerikanischen Fernsehen die TV-Show ,Conspiracy Theory'. In diesem Fall spricht der Buch-Werbetext für sich: „Ein US-Gouverneur weckt massive Zweifel an den Verlautbarungen der amerikanischen Regierung: Was stimmt überhaupt noch an der offiziellen Version geschichtsträchtiger Ereignisse in den USA? Venturas Recherchen werfen ein neues Licht auf die Ermordung von JFK und Martin Luther King, er hinterfragt Watergate, den internationalen Drogenhandel, 9/11 und die jüngste Finanzkrise und erhebt dabei schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung. Wie lange wollen die amerikanischen Verantwortlichen uns noch mit Lügen manipulieren?“ Fazit der Lektüre des Buches: Für ernsthaft Informationssuchende ungeeignet. Offenbar haben solche Bücher aber einen Markt und bedienen die Zweifel einer gewissen Käuferschicht.

Über den Autor:
Dr. Kai Hirschmann ist stv. Direktor des IFTUS – Institut für Krisenprävention in Essen und Lehrbeauftragter am ,Institut für politische Wissenschaft und Soziologie' der Universität Bonn.

Der Beitrag ist erschienen in:
Uwe Backes / Alexander Gallus / Eckhard Jesse (Hrsg.): Extremismus & Demokratie, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-7999-7, S. 285-298.

Buchempfehlungen

Islamistischer Extremismus / Zehn Jahre 11. September

Khaled Al-Berry, Ich war ein Gotteskrieger: Mein Leben als Islamist, 260 Seiten, Verlag: Herder, 2011.

Michael Butter / Birte Christ / Patrick Keller (Hrsg.), 9/11. Kein Tag, der die Welt veränderte, 144 Seiten, Verlag: Schöningh, 2011.

Gernot Erler, Das Versagen nach 9/11: Mit besseren Strategien gegen den Terror, 110 Seiten, Verlag: Edition Körber Stiftung, 2011.

Konrad Freiberg / Karsten Rudolph, Verunsicherte Freiheit: Innere Sicherheit nach 9/11, 120 Seiten, Verlag: Vorwärts Buch, 2011.

Bernd Greiner, 9/11: Der Tag, die Angst, die Folgen, 279 Seiten, Verlag: C.H. Beck, 2011.

Clemens Heni, Schadenfreude: Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11, 410 Seiten, Verlag: Edition Critic, 2011.

Thomas Jäger (Hrsg.), Die Welt nach 9/11: Auswirkungen des Terrorismus auf Staatenwelt und Gesellschaft, Sonderheft der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, 1009 Seiten, Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011.

Alexander Spencer / Alexander Kocks / Kai Harbrich (Hrsg.), Terrorismusforschung in Deutschland, Sonderheft der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, 321 Seiten, Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011.

Helga Reiter / Margit Embacher (Hrsg.), Europa und der 11. September 2001, 281 Seiten, Verlag: Böhlau Wien, 2011.

Berndt Georg Thamm, Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer Szenarien der Abwehr, 288 Seiten, Verlag: Rotbuch, 2011.

Elmar Theveßen, Nine Eleven: Der Tag, der die Welt veränderte, 352 Seiten, Verlag: Propyläen, 2011.

Arabische Revolutionen

Jörg Armbruster, Der arabische Frühling: Als die islamische Jugend begann, die Welt zu verändern, 239 Seiten, Verlag: Westend, 2011.

Michael Lüders, Tage des Zorns. Die arabische Revolution verändert die Welt, 240 Seiten, Verlag: C.H. Beck, 2011.

Volker Perthes, Der Aufstand: Die arabische Revolution und ihre Folgen, 224 Seiten, Verlag: Pantheon Verlag, 2011.

Hamed Abdel-Samad, Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens, 240 Seiten, Verlag: Droemer, 2011.

Thomas Schmid / Frank Nordhausen, Die arabische Revolution: Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf, 216 Seiten, Verlag: Ch. Links, 2011.

Stefan Weidner, Aufbruch in die Vernunft: Islamdebatten und islamische Welt zwischen 9/11 und den arabischen Revolutionen, 256 Seiten, Verlag: Dietz, Bonn, 2011.

Verschwörungstheorien

Mathias Bröckers / Christian C. Walther, 11.9. - Zehn Jahre danach: Der Einsturz eines Lügengebäudes, 320 Seiten, Verlag: Westend, 2011.

Jesse Ventura / Dick Russel, Die amerikanische Verschwörung: 9/11 und andere Lügen, 384 Seiten, Verlag: Heyne, 2011.

22.01.2013

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