Sicherheitsdienstleistungen

Brandschutz rettet leben

Brandschutz im eigenen Heim

In der Bundesrepublik Deutschland steigt die Zahl der Wohnungsbrände. Jährlich sterben mehr als 600 Menschen durch Feuer und Rauch, ca. 5000 Menschen werden bei Bränden verletzt. Der Zentralverband Elektronik- und Elektroindustrie (ZVEI) e.V. sieht seine Empfehlung zum Einsatz von Rauchmeldern in Privathaushalten vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt.
Laut der vorgelegten Statistik für 2001 des GDV wurden den Hausratversicherungen im Jahr 2000 rund 665.000 Brandschäden gemeldet. Das bedeutet gegenüber 1999 eine Steigerung um 12,3 Prozent, gegenüber 1998 sogar um 37,3 Prozent.
Ein Großteil der Schäden hätte nach Aussagen von Experten durch den Einsatz von Rauchmeldern zumindest verringert werden können. Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen mussten im Jahr 2000 für Brandschäden rund 1,13 Milliarden EURO auszahlen.
Auch wenn der bauliche Brandschutz gut ist und auch alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist niemand davor geschützt, dass in seinem Haus/ Wohnung ein Brand entstehen kann. Defekte an einer elektrischen Leitung oder einem Gerät, unsachgemäßer Umgang mit technischen Geräten, brennende Zigaretten (immer noch sehr häufig in Betten) oder Kinder, die mit offenen Flammen spielen, sind die häufigsten Brandursachen. Die Bewohner bemerken den Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig; somit ist der Weg in die Brandkatastrophe kurz. Brandherde schwelen oft über Stunden. Gegenstände mit hohen Kunststoffanteilen, auch Möbel, entwickeln beim Verbrennen giftigen Rauch.
Wer im Schlaf überrascht wird, wird das Bewusstsein verlieren und erstickt ohne einen Hustenreiz zu verspüren. Rauchmelder erkennen den Rauch sofort und durch einen lauten Warnton werden Sie auch aus dem tiefsten Schlaf geweckt. Hierdurch können Sie wertvolle Zeit gewinnen, um zu fliehen, Hilfe zu rufen oder gar den Brand selber zu löschen.

Sicherheit durch Rauchmelder
Angesichts der Tatsache, dass Brände (besonders diejenigen, die in der Nacht ausbrechen) im Wohnbereich jährlich mehrere tausend Menschen zu Schaden kommen lassen und Schäden in Milliarden Höhe anrichten, ist das weit verbreitete Fehlen von Rauchmeldern unverständlich.

In anderen Ländern, z. B. in England und Norwegen, sind Rauchmelder in fast allen Haushalten installiert. In diesen Ländern führte die Installation von Rauchmeldern im Privatbereich zu einem extremen Absinken der Zahl der Todesopfer und Verletzten in Brandfällen.
Eine Kehrtwende findet allerdings in der Politik statt, nachdem im Winter 2005/ 2006 in Nordrhein Westfahlen ein Brand in einem Wohnhaus zu Todesfällen geführt hat, wird laut überlegt in Wohnräumen Rauchmelder gesetzlich Vorzuschreiben.

Rauchmelder schützen Leben!
Häufig werden die Menschen im Schlaf überrascht und bemerken die Gefahr erst, wenn es schon zu spät und kein Fluchtweg mehr möglich ist. Deshalb sollten Rauchmelder vor allen die Schlafräume schützen. Tagsüber kann auftretender Rauch bei Anwesenheit meist noch rechtzeitig wahrgenommen und die Feuerwehr benachrichtigt werden.

Wie funktionieren Rauchmelder?
Die Melder für den Privathaushalt arbeiten meistens nach dem Streulichtprinzip und sind vom technischen Aufbau her alle sehr ähnlich. In einer Messkammer werden eindringende Rauchpartikel dadurch erkannt, dass ein permanenter Lichtstrahl gebrochen wird. Es entsteht ein Streulicht, welches durch Fotozellen erfasst wird, dies wird wiederum in ein Spannungssignal umgewandelt und es ertönt eine Signalisierung (akustisch und/ oder optisch).

Wieviele Rauchmelder werden in einer Wohnung oder einem Haus gebraucht?
Es ist ratsam, in einer Wohnung mindestens einen Rauchmelder zu installieren und zwar im Flurbereich, um die Schlafzimmer zu schützen. In einem Haus empfiehlt es sich, mindestens einen Rauchmelder pro Stockwerk anzubringen.
Die Installation eines Rauchmelders im Kinderzimmer wird besonders empfohlen. Es können jedoch keine Rauchmelder in der Küche installiert werden, da Fehlalarme durch Wasserdampf ausgelöst werden können. In besonders staubigen Räumen ist ebenfalls von der Montage eines Rauchmelders abzuraten. Hier können in den davor liegenden Räumen Rauchmelder montiert werden. Sollten dennoch von Ihrer Seite Schutzmaßnahmen in diesen Räumen vorgesehen werden, ist die Montage von Thermomaximalmeldern empfehlenswert. Hierzu jedoch später mehr.

Bauarten und Kauftips
9 Volt-Rauchmelder sollten mit einer Blockbatterie, einer ausführlichen Gebrauchsanleitung, sowie mit Schrauben und Dübeln gekauft werden. Diese Geräte sind zur Selbstmontage bestimmt und können nachträglich einfach montiert werden. In der Funktion sollte der Rauchmelder einen Warnton/ Warnsignal geben, wenn ein Batteriewechsel durchgeführt werden muss. Einige 9 Volt-Rauchmelder werden, um die Verlässlichkeit des Gerätes zu erhöhen, mit einem Batteriestecker ausgestattet, damit ein Verpolen der Batterie nicht möglich ist. Außerdem gibt es Produkte mit einer Schutzeinrichtung, die verhindert, dass das Gerät ohne Batterie verschlossen werden kann. Alle guten Rauchmelder haben einen eingebauten Prüfknopf, der die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Gerätes erleichtert. Sie sollten eine CE-Kennzeichnung aufweisen und geprüft sein (GS-Zeichen) oder einer internationalen Norm (BS 5446 Part 1= Britischer Standart bzw. PrEN ISO 12239[1995] oder ISO/ DIS 12239) entsprechen.

Was kosten die Geräte?
Die 9 Volt-Rauchmelder (Streulichtprinzip) der Markenhersteller kosten den Endverbraucher in Deutschland weniger als 20,00 EUR. Eine doch recht preiswerte Investition in die persönliche Sicherheit!

Handhabung
Nach der Montage bekommen Sie ein Gefühl, „Jetzt habe ich eine Sorge weniger“. ACHTUNG! Auch diese Melder müssen regelmäßig überprüft werden, Die Batterien sollten mindestens 1 Jahr funktionstüchtig sein, danach sollten Sie ihre Kapazität wiederholt prüfen. Dies gilt insbesondere, wenn Ihr Heim bzw. Wohnung nicht ständig bewohnt wird (Dienstreisen, Urlaube etc.). Beachten Sie dazu auch die Gebrauchsanweisung der Rauchmelder.

Schutz auch für Gehörlose
Es gibt Rauchmeldersysteme für Gehörlose. Das System besteht aus einer Zentrale mit einem eingebauten Blitzlicht, einem oder mehreren Rauch- bzw. Wärmemeldern und einem Vibrationsgeber, der unter das Kopfkissen im Bett gelegt wird.

Küchen + Räume mit viel Staub
Wie bereits erwähnt, können diese Räume nicht mit Rauchmeldern ausgestattet werden, da hier stetig durch Wasserdampf bzw. Staubpartikel Falschalarm ausgelöst wird. In diesen Räumen werden in der Regel Wärmemelder mit Thermomaximalmessung (spricht auf einen festen Grenzwert an) eingesetzt. Diese Melder arbeiten jedoch nicht eigenständig. Diese können nur in Verbindung mit einer Zentrale arbeiten, die die Meldung eines festgelegten Grenzwertes verarbeitet und ein Alarmsignal mit Weiterleitung zu einer Hilfestelle absetzt. Besitzer, die bereits eine Einbruchmeldeanlage haben, können ohne Probleme Brandmelder auf Ihre Zentrale schalten lassen.

Vorsichtsmaßnahmen im eigenen Heim
Besonders im Herbst und im Winter ist die Gefahr eines Brandes sehr hoch. Allein in der Advents- und Weihnachtszeit entstehen in Deutschland jährlich ca. 220.000 Wohnungsbrände. Der Brandherd wird kaum entdeckt, dadurch sind die Folgen fatal. Nicht nur die Wohnungseinrichtung, sondern auch die Bewohner sind von der Brandgefahr betroffen.

Das Brandrisiko kann erheblich verringert werden, wenn folgende Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden: Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen. Auch wenn Sie den Raum nur kurz verlassen, sollten Sie vorher sämtliche Kerzen löschen und darauf achten, dass sie auch nicht mehr glimmen. Der Grund: Schon ein kurzer Windstoß durch ein geöffnetes Fenster kann ausreichen um die Kerze wieder zu entflammen. Achten Sie beim Kauf von Heimtextilien, vor allem bei Gardinen und Dekorationsstoffen, darauf, dass die Materialien schwer entflammbar sind. Die Stoffe mit diesem Sicherheitsplus sind entsprechend gekennzeichnet. Fragen Sie beim Händler nach diesen Stoffen. In Haushalten mit Kleinkindern muss immer darauf geachtet werden, dass Streichhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite der Kinder aufbewahrt werden. Mäntel und Handtaschen dürfen dabei nicht vergessen werden. Der Nachwuchs ist bekanntlich sehr neugierig. Geben Sie ihm also keine Chance, Feuer oder Feuerwerkzeuge zu entdecken. Vergewissern Sie sich immer, bevor Sie ihre Wohnung bzw. den entsprechenden Raum verlassen, dass Herdplatten, Öfen, Bügeleisen, Toaster, Kaffeemaschinen etc. ausgeschaltet sind.

Wenn Urlaubsreisen o.ä. angetreten werden, sollten Sie die Sicherungen in Ihrem Haus/ Wohnung ausschalten. Ist dieses nicht möglich, sollte den elektrischen Geräten die Stromzufuhr entzogen werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn in der Wohnung geraucht wird. Zigaretten müssen immer gründlich ausgedrückt werden, sie dürfen nicht mehr glühen. Die Asche gehört erst dann in den Mülleimer, wenn sie vollständig abgekühlt ist. Der Mülleimer sollte nicht aus Kunststoff bestehen. Im Bett sollte nicht geraucht werden. Hier ist die Gefahr, während des Rauchens einzuschlafen, zu groß.

Allgemeine Brandschutzmaßnahmen
Jeder kann dazu beitragen, Brandschäden zu verringern oder Brände ganz zu vermeiden. Durch moderne bauliche Brandschutzmaßnahmen besteht zwar heute in neueren Gebäuden ein besserer Brandschutz als früher, trotzdem gibt es nach wie vor Brandgefahren, die durch brandschutzgerechtes Verhalten jedes Einzelnen minimiert werden können.

Darauf sollten Sie achten
Vermeiden Sie umher liegenden Müll, abgestellte Kinderwagen, brennbare Fußmatten, brennbare Flüssigkeiten (Farben, Lacke, Verdünnung, Benzin, Diesel etc.) oder überquellende Mülltonnen vor Ihrem Wohngebäude, da Brandstifter hierdurch angelockt werden können.
Verschließen Sie alle Türen - Einbruchschutz = Schutz vor Brandstiftung. Lassen Sie eventuell Hausschlüssel von innen im Schloss stecken (dies gilt nicht für Türen mit einer Glasfüllung), um im Brandfall nicht durch Schlüsselsuche wichtige Zeit zu verlieren. Sorgen Sie für Ordnung, Sauberkeit und ausreichende Beleuchtung vor dem Haus.
Des Weiteren sollten Sie in einer Wohnung mindestens einen Schaumlöscher, Fettbrand geeignet (Brandklassen A und B), an einen gut erreichbaren Punkt positionieren. In einem Haus mit mehreren Etagen sollte auf jeder Etageein Feuerlöscher (am besten im Treppenhaus) vorhanden sein.

BEUGEN SIE VOR

Allgemeines

Informieren Sie sich rechtzeitig und nicht erst im Brandfall

  • über die regional gültige Rufnummer der Feuerwehr (in Deutschland in den meisten
  • Gebieten 112)
  • über den nächstgelegenen Fluchtweg (achten Sie darauf, dass dieser immer frei passierbar ist für Flüchtende und die Feuerwehr)
  • über vorhandene Brandschutzeinrichtungen und deren Handhabung (Feuerlöscher, Wandhydranten, Feuermelder, usw.)


Im Wohnbereich

  • Rauchen Sie nie im Bett! Zigaretten nur in nichtbrennbaren Behältnissen entsorgen
  • Fettbrände (z. B. Pfanne oder Friteuse) nie mit Wasser löschen, sondern mit einer Löschdecke
  • Lassen Sie offenes Feuer (Kerzen, etc.) nie unbeaufsichtigt
  • Lagerung von Altpapier, brennbaren Flüssigkeiten und feuergefährlichen Abfällen im Wohnbereich sollte vermieden werden
  • Reparaturen an Gas- und Elektrogeräten nur von Fachbetrieben durchführen lassen
  • Eingeschaltete Elektrogeräte wie Herd, Bügeleisen, Kaffeemaschine nie unbeaufsichtigt lassen
  • Nur VDE, CE und Tüv-Geprüfte Elektrogeräte verwenden
  • Statten Sie Ihre Küche mit einem Erste-Hilfe-Kasten aus, in dem sich eine Löschdecke befindet


Im Kellerbereich

  • Alle Absperrvorrichtungen für Gas, Wasser und Strom müssen zugänglich und gekennzeichnet sein
  • Auf freie Kellergänge achten, innerhalb und außerhalb von Gebäuden
  • Entrümpeln Sie den Keller so oft wie möglich
  • Kellertüren sollten feuerhemmend, selbstschließend und geschlossen sein
  • Kellerfenster sollten frei zugänglich sein, damit Sie im Brandfall als Rauchabzug dienen können
  • Den Keller elektrisch beleuchten und kein offenes Licht verwenden
  • Statten Sie den Raum der unmittelbar vor dem Heizungsraum liegt, mit einem Schaumlöscher aus und halten Sie die Zuluftöffnung immer frei.
  • In Gebäuden mit Zentralheizungen und/ oder mit Tiefgarage sind die Zugänge mit Brandschutztüren ausgestattet. Deshalb sind in der Bauordnung vielfach schon Brandschutz-Türen zwingend vorgeschrieben. Brandschutz-Türen, geprüft nach DIN 4102, hemmen die Brandausweitung und halten so Schäden in Grenzen, wenn doch einmal Feuer ausbricht. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Türen geschlossen sind und nicht unterkeilt sind. Äußerlich sind sie vor allem am Türschließer erkennbar, der dafür sorgt, dass die Tür aus jedem Öffnungswinkel heraus selbsttätig schließt.
  • Damit Sie im privaten Haushalt nicht auf ein schönes Design verzichten müssen, gibt es Brandschutz-Türen in allen Oberflächen-Varianten.


Im Dachbodenbereich

  • Entrümpeln Sie den Dachboden so oft wie möglich
  • Kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Dachboden als Kinderspielplatz oder Nachtlager benutzt wird
  • Schließen Sie die Tür zum Dachboden
  • Halten Sie Treppenaufgänge als Flucht- und Rettungswege frei
  • Den Dachboden elektrisch beleuchten, kein offenes Licht verwenden und nicht rau- chen
  • Achten Sie auf freie und sicher begehbare Dachausstiege, diese können auch als Fluchtweg benutzt werden


Schlusswort

  • Um nicht von einem möglichen Feuer überrascht zu werden, sollte das Thema Brandvermeidung auch in der Familie diskutiert werden. Hierbei bietet es sich an, gemeinsam nach Gefahrenquellen zu suchen und diese entsprechend zu beseitigen. Auch das richtige Verhalten im Brandfall sollte besprochen und geübt werden.
  • Die Grundregeln sollte jeder kennen und im Brandfall auch beherrschen:
    - In jedem Fall Ruhe und Umsicht behalten
    - Die im Haushalt lebenden und anwesenden Personen in Sicherheit bringen
    - Die Feuerwehr rufen - kleine Brände können sich sehr schnell ausbreiten
    - Die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren und den Brand ggf. umsichtig löschen
    - Entstehungsbrände lassen sich oftmals mit dem Feuerlöscher im Keim ersticken. Dennoch sollten Löschversuche nur erfolgen, wenn weder das eigene Leben noch das Leben anderer gefährdet ist.
    - Beugen Sie Risiken gezielt vor
11.02.2011

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